Fonds für die neue Zins- und Inflationswelt

Fonds für die neue Zins- und Inflationswelt

Zwei alternative Investmentfonds bieten Chancen, den Wertverfall des Geldes auszugleichen und eine Zusatzrendite zu erzielen.

Mirko Häring, fachlicher Leiter Alternative Investment-Produkte

 

 

 

Ein Beitrag von Mirko Häring, fachlicher Leiter Alternative Investment-Produkte

Bastian Konle, Produktmanager bei Union Investment Institutional

 

 

 

und Bastian Konle, Produktmanager bei Union Investment Institutional

Erneuerbare Energien und Immobilien rücken im aktuellen Umfeld aus unterschiedlichen Gründen immer stärker in den Fokus der Anleger. Der Kampf gegen die Erderwärmung und die Erfüllung der Klimaziele erfordern seit Längerem den Ausstieg aus der Erzeugung von Energie aus fossilen Energieträgern. Der Druck hat durch den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine noch einmal zugenommen. Der Grund: Um Deutschland und Europa unabhängiger von russischen Gas- und Ölimporten zu machen, dürfte der Ausbau regenerativer Energien zusätzlich forciert werden. Der Stopp des Genehmigungsverfahrens für die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 war in diesem Zusammenhang ein wichtiges Signal.

Die durch die Spannungen mit Russland gestiegenen Preise für Rohöl und Erdgas sind außerdem ein Treiber der Inflation geworden. Deshalb spricht neben dem politischen Willen auch die ökonomische Vernunft für einen Ausbau der regenerativen Energien. Denn der Strom aus Wind, Sonne und anderen regenerativen Quellen ist auch unter Kostengesichtspunkten wettbewerbsfähiger geworden. Ein erhöhter Investitionsbedarf ist in diesem Bereich absehbar. Dazu später mehr.

Immobilien als Inflationsschutz attraktiv

Immobilien waren schon in Niedrigzinszeiten eine begehrte Investmentalternative. Doch auch unter dem Eindruck einer wachsenden Inflation und möglicher moderater Zinserhöhungen bleibt die Anlageklasse weiter attraktiv – insbesondere für eigenkapitalorientierte Anleger. Gleichzeitig können Immobilien einen Schutz gegen die Inflation bieten, etwa weil die Mieten gewerblicher Nutzer indexiert sind. Das bedeutet, wenn die Lebenshaltungskosten steigen, erhöhen sich auch die Mieteinnahmen.

Doch es muss nicht zwingend ein Direktinvestment sein. Manchmal bieten alternative Investments aufgrund ihrer Komplexität und der damit verbundenen Risikoprämien noch bessere Ertragschancen. Über die Direktvergabe von Immobilienkrediten als Private Real Estate Debt lassen sich mitunter überdurchschnittliche Kupons erzielen, die durch regelmäßige Ausschüttungen Chancen auf planbare Renditen eröffnen. Aufgrund geringer Korrelationen zu traditionellen Anlageklassen bietet Private Real Estate Debt institutionellen Investoren auch sehr gute Diversifikationsmöglichkeiten. Und weil Immobilien-Kreditfonds nicht auf die Immobilienquote von Banken angerechnet werden, können auch Banken sie als Beimischung zur Eigenanlage Nutzen.

 

Private Real Estate Debt als Fondskonzept

Im Sommer 2021 hat Union Investment in Kooperation mit dem Real-Estate-Debt-Manager aam2cred einen ersten gemeinsamen institutionellen Immobilien-Kreditfonds aufgelegt: UniInstitutional Private Debt SCS SICAV SIF Real Estate Debt 1. Inzwischen hat der Fonds ein attraktives Portfolio an Immobilienkrediten aufgebaut, sodass zum 15. April eine weitere Zeichnungsphase beginnen konnte, die noch bis zum 31. August 2022 läuft. „Das Konzept des Fonds ist unverändert“, sagt Klaus Bollmann, Geschäftsführer Produktmanagement, Mandanten- und Vertriebsservice bei Union Investment Institutional. Der Fonds bündelt Kredite, die als erstrangige Whole-Loan- und nachrangige Mezzanine-Darlehen vergeben wurden. Diese decken den Kapitalbedarf einer Auswahl von Immobilienprojekten in unterschiedlichen Phasen des Wertschöpfungszyklus ab – vom Neubau über die Bestandsentwicklung bis hin zur Sanierung. Der Schwerpunkt der vergebenen Darlehen liegt unverändert auf Wohn- und Büroimmobilien, die durch Logistikimmobilien und Grundstücke ergänzt wurden. Der Fonds konzentriert sich weiterhin vor allem auf Objekte in Deutschland und, als Beimischung, auf das benachbarte deutschsprachige Ausland.

Nachhaltig in erneuerbaren Energien investieren

Wie eingangs erwähnt, ist die politische Bedeutung des Ausbaus erneuerbarer Energien nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes, sondern auch für die nationale Unabhängigkeit der Energieerzeugung gewachsen. Gleichzeitig haben die „Renewables“ im Vergleich zu atomar-fossiler Energieerzeugung erheblich an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen. Union Investment plant in diesem Zusammenhang zum dritten Quartal 2022 die Auflage eines neuen nachhaltigen Fonds zu diesem Thema: UniInstitutional Alternative Energien S.A. SICAV-RAIF – Regenerative Energien 1.

Auch bei diesem Fonds arbeitet Union Investment mit einem spezialisierten Partner zusammen. In diesem Fall handelt es sich um EB-SIM, eine aktive nachhaltige Asset-Management Boutique, die als Tochtergesellschaft der Evangelischen Bank tief im Genossenschaftssektor verwurzelt ist. EB-SIM bringt die langjährige globale Erfahrung sowie die Due-Diligence- und Sektorexpertise eines Spezialisten für erneuerbare Energien ein.

Grüne Energieprojekte in ganz Europa

Das Konzept des Fonds sieht eine diversifizierte Direktbeteiligung an 15 bis 20 bereits in Betrieb befindlichen oder vollständig genehmigten Erneuerbare-Energien-Projekten in Europa vor. Der Fokus liegt dabei auf Projekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in Frankreich und Skandinavien. Geplant sind Investitionen in etablierten Technologien wie Windenergie, Photovoltaik, Wasserkraft und, zu einem kleineren Teil, Speichertechnologien. Durch diese breite Diversifikation werden mögliche Ausfallrisiken gering gehalten. Der Fonds eignet sich für nachhaltigkeitsorientierte institutionelle Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont und soll im Hinblick auf die Taxonomie nach der Offenlegungsverordnung nach Artikel 9 klassifiziert werden. Das entspricht dem höchsten von der Taxonomie vorgesehenen Nachhaltigkeitsgrad.

Was spricht noch für ein illiquides alternatives Investment in erneuerbaren Energien? „In dem Fonds sind die Wertschwankungen voraussichtlich deutlich niedriger als bei liquiden Infrastrukturanlagen oder -aktien“, unterstreicht Klaus Bollmann. „Im Gegenteil dürfte der geplante Fonds eine langfristig stabile Überperformance zu anderen Anlageklassen bieten, die helfen könnte, die Inflation auszugleichen.“ Schließlich korreliere der Fonds kaum mit anderen Anlageklassen und leiste insofern auch einen Beitrag zur Portfoliodiversifikation.

Fazit

Die beiden vorgestellten Fondskonzepte aus dem Bereich der illiquiden alternativen Investments können institutionellen Investoren unter dem Eindruck einer steigenden Inflation und wahrscheinlicher werdender Zinserhöhungen einen Mehrwert bieten. Durch ihre stabilere Rendite-Risiko-Struktur tragen sie außerdem zur Diversifizierung im Portfolio bei. „Bei beiden genannten Fonds wie bei allen anderen alternativen Assetklassen berät Union Investment interessierte Partnerbanken natürlich gerne in aufsichtsrechtlichen Fragen“, unterstreicht Klaus Bollmann abschließend.

Chancen und Risiken

Ausführliche produktspezifische Informationen und Hinweise zu Chancen und Risiken des Fonds UniInstitutional Private Debt SCS SICAV SIF Real Estate Debt 1 und des Fonds UniInstitutional Alternative Energien S.A. SICAV-RAIF – Regenerative Energien 1 entnehmen Sie bitte den jeweils aktuellen Verkaufsprospekten, den Anlagebedingungen, den wesentlichen Anlegerinformationen sowie den Jahres- und Halbjahresberichten, die Sie von Ihrem Kundenbetreuer erhalten. Diese Dokumente bilden die allein verbindliche Grundlage für den Erwerb.

Stand aller Informationen, Erläuterungen und Darstellungen:
2. Mai 2022, soweit nicht anders angegeben.

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