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Union Investment mit moderat offensiver Risikoausrichtung

UIC gewichtet Industrieländer-Aktien stärker über

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Risikoausrichtung auf RoRo-Meter Stufe 4 erhöht

RoRo-Meter 3 auf 4

Das Union Investment Committee (UIC) hat in seiner regulären November-Sitzung die Risikoausrichtung (RoRo-Meter) auf Stufe 4 erhöht. Hintergrund sind Verbesserungen in einer Reihe von Feldern: Beim Brexit ist ein harter Ausstieg Großbritanniens aus der EU noch unwahrscheinlicher geworden. Mit der sich anbahnenden Unterzeichnung eines „Phase 1“-Abkommens hat sich zudem der Handelsstreit zwischen China und den USA weiter beruhigt. Hinzu kommen konjunkturelle Stabilisierungstendenzen sowie eine günstige Saisonalität. Auch wenn bei keinem der fundamentalen Punkte ein echter Durchbruch erzielt wurde, so war überall eine Entwicklung in Richtung der mittelfristigen Erwartung des UIC zu verzeichnen. In Abwägung gegen Unsicherheitsfaktoren wie der recht einseitigen Positionierung der Investoren oder der Unruhen in Hongkong hat sich das Gremium daher entschlossen, noch etwas stärker ins Risiko zu gehen. Ein wesentlicher Schritt ist dabei die Erhöhung des Aktienübergewichts in den Industrieländern. Hingegen stellt sich das UIC jetzt neutral bei Staatsanleihen der Emerging Markets auf. Hier sind die derzeit krisenanfälligen lateinamerikanischen Länder stark vertreten. Darüber hinaus wurden die Positionen im Rohstoffbereich („Long Energie versus Short Edelmetalle“) aufgelöst und Gewinne mitgenommen.

Konjunktur stabilisiert sich

Konjunkturell waren zuletzt Anzeichen für eine Stabilisierung festzustellen. Die Einkaufsmanagerindizes für die USA und einige Staaten der Eurozone deuten an, dass die Schwäche im Industriesektor den Tiefpunkt durchschritten hat. Zwar sind die Niveaus, gerade in Deutschland, nach wie vor niedrig. Die Richtung weist aber nun bereits seit drei Monaten nach oben. Zudem scheint die Stabilisierung eine wachsende Zahl von Ländern zu erfassen. Auch der Lagerzyklus dürfte nach vorne gerichtet weniger auf dem Wachstum lasten.

Schwach bleiben hingegen viele Daten aus China. Hier scheint ein stärkerer Stimulus für eine kräftige Belebung notwendig, aber wenig wahrscheinlich. Aus Sicht der Pekinger Führung ist die Verlangsamung offenbar nicht drastisch genug, um den eingeleiteten Wirtschaftsumbau (wie in früheren Jahren) durch klassische Ausgabenprogramme zu konterkarieren. Das gilt umso mehr, als auch die USA – und damit der Verhandlungspartner in Sachen Handelsabkommen – ein Nutznießer der Entwicklung wären. Das UIC rechnet daher zunächst nicht mit starken Impulsen aus Peking. Dafür müsste die chinesische Konjunktur sich noch verlangsamen.

Geldpolitischer Stillstand

Seit den Lockerungsmaßnahmen von Federal Reserve (Fed) und Europäischer Zentralbank (EZB) im Oktober 2019 ist geldpolitischer Stillstand eingekehrt. Die EZB hat im November ihr Ankaufprogramm aufgenommen und ist seither wie vom UIC erwartet (auch) als großer Käufer von europäischen Unternehmensanleihen aktiv. Zwar halten sich die Notenbanker mit Details zu ihren Plänen zurück. Viel deutet aber darauf hin, dass die EZB künftig einen Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen legen wird. Mit Blick auf 2020 sind nach Einschätzung des UIC weitere Maßnahmen eher unwahrscheinlich. Bei der US-Notenbank Fed rechnet das Gremium nach wie vor mit zwei Zinssenkungen im nächsten Jahr. Ein Zinsschritt noch im Dezember 2019 ist jedoch, gerade auch nach den jüngsten Ausführungen von Fed-Chef Jerome Powell, unwahrscheinlich.

Charts des Monats: Anleihekäufe der EZB haben wieder eingesetzt

Anfangs hohe Käufe von Unternehmensanleihen
Charts des Monats: Anleihekäufe der EZB haben wieder eingesetzt
Quellen: Union Investment, EZB, Macrobond. Stand: 25. November 2019

Positionierung innerhalb der Asset-Klassen

 

Übergewicht in EM-Staatsanleihen geschlossen

Die konjunkturelle Stabilisierung auf niedrigem Niveau spricht gegen neue Renditetiefstände bei Staatsanleihen aus den Euro-Kernmärkten und Covered Bonds. Die Spreadsegmente sollten hingegen weiterhin durch die Suche nach Rendite sowie, im Fall von Investment Grade-Unternehmens- und Peripherieanleihen, von den EZB-Käufen profitieren. Bei High Yield-Unternehmensanleihen behalten wir aufgrund der noch schwachen Konjunkturlage die vorsichtige Haltung bei. Eine verschlechterte Bonität nahezu aller lateinamerikanischen Länder und politische Unruhen in einigen dieser Staaten legen eine vorsichtigere Einschätzung von EM-Staatsanleihen nahe.

Übergewicht in Industrieländer-Aktien ausgebaut

Die Verbesserungen bei Konjunktur, Handelsstreit und Brexit sprechen insbesondere für Aktien aus den Industrieländern (Developed Markets/DM). Zusätzlichen Rückenwind erhalten die DM-Aktienmärkte durch eine ansteigende Aktivität bei Unternehmensübernahmen. Die Gewinne der Konzerne befinden sich insgesamt weiter auf hohem Niveau, stagnieren aber. Hinzu kommt, dass nennenswerte Teile des Unternehmenssektors eine rückläufige Gewinndynamik aufweisen. Selektion wird also wichtiger. Mit den erreichten Höchstständen, zum Beispiel am US-Aktienmarkt, ist die Positionierung zudem recht einseitig.

Neutrale Positionierung bei Rohstoffen

Das UIC rechnet damit, dass die OPEC die Produktionskürzungen bei Öl im Dezember um sechs Monate verlängern wird. Diese Entscheidung ist nötig, um einen starken Überschuss zu verhindern. So wird nur ein geringes Überangebot erwartet, was sich leicht negativ auf den Ölpreis auswirken könnte. Mittelfristig weist Öl zwar weiter Potenzial auf. Kurzfristig ist das Preisziel bei Brent-Öl von 65 US-Dollar/Fass aber fast erreicht. Das UIC hat daher die Position „Long Energie versus Short Edelmetalle“ geschlossen und Gewinne realisiert. Der Goldpreis ist in den vergangenen Wochen mit dem steigenden Realzins gefallen.

Keine Positionsänderung bei Währungen

Auch wenn sich Wahlumfragen in Großbritannien in der Vergangenheit mehrfach als nicht zuverlässig herausgestellt haben, deutet der sich aktuell abzeichnende deutliche Vorsprung auf einen Wahlsieg der Konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson und damit auf einen geordneten Brexit hin. Kurzfristig dürfte das Pfund Sterling daher weiter unterstützt bleiben. Eine abnehmende Risikoaversion und eine im internationalen Vergleich stärker gelockerte US-Geldpolitik in Verbindung mit einer höheren Inflationstoleranz der Fed dürften den Aufwärtstrend des US-Dollars beenden.

Aufwärtsbewegung bei Wandelanleihen setzt sich fort

Durch die positive Entwicklung der Aktienmärkte ist auch der Wandelanleihemarkt in den vergangenen vier Wochen weiter gestiegen. Die Aktienmarktsensitivität erhöhte sich damit auf knapp 49 Prozent. In den USA war die Neuemissionstätigkeit stark ausgeprägt und nach einer längeren Phase ohne neue Papiere wurde auch in Japan wieder eine Wandelanleihe begeben. Die Neuemissionen wurden gut vom Markt aufgenommen.

Unsere Positionierung

Positionierung 26. November 2019
Stand: 26. November 2019

Stand aller Informationen und Darstellungen:
26. November 2019, soweit nicht anders angegeben.

Neues von den Märkten

Neues von den Märkten: Dezember

Konjunktur, Wachstum, Inflation und Geldpolitik – der Monatsbericht „Neues von den Märkten“ informiert Sie über aktuelle Entwicklungen und macht Sie mit unseren Einschätzungen vertraut. Erhalten Sie zudem einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen.
(Stand: 29. November 2019)