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Union Investment wieder mit neutraler Risikoausrichtung

Absicherungspositionierung aufgelöst

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Risikoausrichtung wieder auf RoRo-Meter 3 angehoben

RoRo-Meter auf 2 auf 3

Auf seiner regulären Sitzung am 2. Juli hat das Union Investment Committee (UIC) seine im Vorfeld zum G20-Gipfel eingegangene Absicherungspositionierung wieder aufgelöst. Die Risikoausrichtung wird damit erneut auf RoRo-Meter 3 angehoben und das Musterportfolio leicht chancenorientierter aufgestellt. Hintergrund der Entscheidung ist die Erwartung expansiver geldpolitischer Schritte in den kommenden Wochen und Monaten sowie die jüngst eingetretene Beruhigung im Handelsstreit. Auf dem G20-Gipfel in Osaka wurde zwar kein Durchbruch erzielt. Die USA und China verkündeten aber die Wiederaufnahme der bilateralen Verhandlungen. Nach Einschätzung des UIC ist der Gipfel damit kurzfristig als Signal der Entspannung zu werten. Darunter fällt auch die Ankündigung Trumps, die Sanktionen gegen den chinesischen Tech-Konzern Huawei auf den Prüfstand zu stellen. Mit einer Rückkehr des Themas Handelskonflikt auf die Agenda der Kapitalmärkte muss dennoch jederzeit gerechnet werden, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des US-Wahlkampfs.

In Kombination mit der Aussicht auf eine expansivere Ausrichtung der Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken wirkt diese Beruhigung unterstützend auf Risiko-Assets. Allerdings gilt dieser Effekt nicht für alle (Sub-)Assetklassen gleich stark. Dies spricht aus Sicht des UIC dafür, nicht breit in Risikoanlagen zu allokieren, sondern gezielte Engagements einzugehen.

Konjunkturelles Umfeld bleibt schwach

Das konjunkturelle Umfeld hat sich nicht erholt. Das gilt sowohl für externe (PMIs, ifo-Geschäftsklimaindex, ISM) als auch interne (ULI, ELI, CLI) Frühindikatoren. In fast allen weltwirtschaftlich wichtigen Regionen dürfte das Wachstum auf Jahresbasis gegenüber 2018 zurückgehen. Die Prognosen der Volkswirte von Union Investment liegen für die USA bei 2,5 Prozent für 2019, im Folgejahr nur bei 1,6 Prozent. Auch für die Eurozone ist mit einer Verlangsamung in Richtung der Ein-Prozent-Marke (oder darunter) zu rechnen.

Das UIC schätzt die Wachstumsperspektiven damit als schwach und schwindend ein. Gleichwohl: Eine Rezession erwartet das Gremium nicht. Neben der nach wie vor positiven Situation bei den nachlaufenden Komponenten Arbeitsmarkt und Konsum dürften auch die jüngst beschlossenen geldpolitischen Stimuli der Konjunktur perspektivisch Impulse verleihen.

Geldpolitik: Lockerung ab Spätsommer

Fast alle renommierten Zentralbanken machten zuletzt deutlich, falls notwendig bei der Geldpolitik wieder in den Lockerungsmodus zu schalten. Ausschlaggebend ist die Sorge vor abkippenden Inflationserwartungen als Folge der schwachen Konjunktur. In den USA wird eine erste Zinssenkung im September um 50 Basispunkte erwartet. Darauf dürften im Januar und März 2020 Senkungen um jeweils 25 Basispunkte folgen. Die EZB dürfte voraussichtlich im Juli die Forward Guidance auf eine symmetrische Formulierung des Zinsausblicks in dem Sinne anpassen, dass die Zinsen auf ihrem gegenwärtigen oder niedrigeren Niveau bleiben, um dann im September ihre Leitzinsen um jeweils 10 Basispunkte zu senken und gleichzeitig einen Staffelzins beim negativen Einlagezins ab 2020 anzukündigen. Falls die Fed im weiteren Jahresverlauf ihre Leitzinsen senkt, rechnen wir mit einer abermaligen Senkung aller drei EZB-Leitzinsen um 25 Basispunkte im Dezember.

Charts des Monats: Fed-Leitzinssenkungen für 2019 eingepreist; bislang führte Handelskonflikt nicht zu Inflation

Fed-Projektionen und Markterwartung / Prozentuale Veränderung der US-Kerninflation gegenüber Vormonat
Fed-Projektionen und Markterwartung / Prozentuale Veränderung der US-Kerninflation gegenüber Vormonat
Quelle: Bloomberg, Thomson Reuters Datastream, Union Investment; Stand: 2. Juli 2019

Aktien-Untergewicht neutralisiert, bei Renten Fokus auf Spread-Produkten betont

 

Trotz vorsichtigerer Positionierung Fokus weiter auf Carry

Durch das von den Zentralbanken perspektivisch zementierte Niedrigzinsumfeld bleiben die Rahmenbedingungen für Rentenanlagen grundsätzlich positiv. Die Renditen sicherer Staatsanleihen wie Bundesanleihen oder US-Treasuries dürften weiter leicht sinken. Die Spread-Segmente sollten ebenfalls gefragt bleiben, zumal die Suche nach Rendite die Anleger noch stärker in diese Sub-Assetklassen treiben dürfte. Daher hält das UIC an seinem Übergewicht in Investment Grade-Unternehmensanleihen fest, auch wenn deren Renditen in den letzten Monaten bereits deutlich gesunken sind. Darüber hinaus hat das Komitee ein Übergewicht in Emerging Markets (EM)-Staatsanleihen (Hartwährung) beschlossen. Sie sollten zum einen vom erwarteten geldpolitischen Impuls der US-Notenbank und zum anderen auch von der Beruhigung im Handelskonflikt profitieren. Darüber hinaus haben im letzten Jahr viele EM-Notenbanken (unter anderem zur Währungsstabilisierung) die Leitzinsen erhöht und können nun ihrerseits die Geldpolitik wieder lockern.

Industrie- und Schwellenländeraktien neutral positioniert

Die Gewinnsituation der Industrieländer-Unternehmen ist überwiegend recht solide, die Firmen der Schwellenländer weisen ein im Vergleich dazu relativ schwaches Gewinn-Momentum auf. Auch wenn die Aktienmärkte in den vergangenen Wochen wegen der Hoffnung auf geldpolitische Lockerung schon weit gelaufen sind, bleibt von der Bewertungsseite noch ein wenig Potenzial. Die anstehende Berichtssaison wird zeigen, wie sich die schwache Konjunktur und die handelspolitischen Auseinandersetzungen in den Zahlen der Unternehmen niederschlagen. Aufgrund dieses gemischten Bildes stellt sich das UIC bei Aktien, sowohl im DM- als auch im EM-Bereich, neutral auf.

Energierohstoffe wieder neutral gewichtet

Im Rohstoffbereich nahm das Union Investment Committee (UIC) am 10.07.2019 sein bisheriges Übergewicht bei Energie auf neutral zurück.

Hintergrund sind die jüngsten Entwicklungen am Ölmarkt. Zwar haben sich die erwarteten Angebotseinschränkungen bei Rohöl in der Zwischenzeit materialisiert. So sorgen die US-Sanktionen für Produktionsrückgänge im Iran und in Venezuela. Außerdem haben die OPEC(+)-Länder ihre freiwillige Fördermengenkürzung bis Ende Q1/2020 verlängert. Gleichzeitig zeichnen sich allerdings erste Risse in der Kommunikationspolitik zwischen Saudi-Arabien und Russland ab. Trotz invertierter Terminkurve (Backwardation) sind zudem die globalen Lagerbestände in den letzten Monaten angestiegen, was in erster Linie auf eine konjunkturbedingt schwache Nachfrage zurückführen ist - trotz saisonaler Unterstützung ("driving season" in den USA). Die nach wie vor schwachen Frühindikatoren lassen auf ein perspektivisch weiter schwieriges konjunkturelles Umfeld schließen, sodass eine Nachfragebeschleunigung zunächst nicht zu erwarten ist. Einzig China hat in H1/2019 ein hohes Importwachstum verzeichnet, was nach Einschätzung der Sektorexperten von Union Investment aber vor allem auf Sondereffekte durch die Inbetriebnahme neuer Raffinerien und den Aufbau strategischer Ölvorräte zu erklären ist. Im zweiten Halbjahr 2019 dürften sich diese Effekte voraussichtlich abschwächen.

Die geopolitische Risikoprämie beträgt seit der Eskalation im Mittleren Osten etwa fünf bis sechs US-Dollar je Fass. Eine Entspannung ist hier eher nicht zu erwarten, d.h. von dieser Seite aus bleibt der Ölpreis unterstützt. In der Gesamtschau spricht aber die Abwägung zwischen geopolitischer Risikoprämie und Angebotsreduktion einerseits und Nachfrageschwäche andererseits nur noch für ein ausgeglichenes Chance- / Risikoprofil. Angesichts dieser Einschätzung neutralisiert das UIC seine Position in diesem Bereich zugunsten der Kasse.

Konvexität am Wandelanleihemarkt weiterhin hoch

Mit der Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte sind auch die Kurse am Wandelanleihemarkt in den vergangenen vier Wochen gestiegen, insbesondere in den USA. Mit steigenden Bewertungsniveaus reduzierte sich die Volatilität in allen Regionen deutlich. Insgesamt weist der Wandelanleihemarkt mit einer Aktiensensitivität von knapp 47 Prozent weiterhin eine hohe Konvexität auf. Es gab einige Neuemissionen in den USA und Europa. Insbesondere die Neuemissionen aus den USA wurden gut vom Markt aufgenommen.

Unsere Positionierung

Positionierung 10. Juli 2019
Stand: 10. Juli 2019

Stand aller Informationen und Darstellungen:
2. Juli 2019, soweit nicht anders angegeben.

Neues von den Märkten

Neues von den Märkten: Juli

Erhalten Sie im Monatsbericht "Neues von den Märkten" einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen. Ergänzt wird der Monatsbericht durch aktuelle Kapitalmarktprognosen. (Stand: 10. Juli 2019)