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Union Investment Committee bestätigt Aktienübergewicht

UIC-Portfolio: Leicht offensive Positionierung

„RoRo“-Meter weiter auf 3, Risikoausrichtung bleibt neutral

RoRo-Meter bleibt auf 3

Nachdem Mitte November die Aktienquote im Rahmen einer außerordentlichen Entscheidung angehoben wurde, hat das Union Investment Committee (UIC) auf seiner turnusmäßigen Sitzung am 23. und 24. November alle bestehenden Gewichtungen im Musterportfolio bekräftigt. Damit ist das Gremium leicht positiv positioniert. Die Risikoausrichtung bleibt neutral (RoRo-Meter 3). Hintergrund dieser Positionierung ist vor allem die Mischung aus aktuellen Corona-Risiken, der Erwartung auf einen endgültigen Durchbruch bei der Impfstoffentwicklung und den geld- bzw. fiskalpolitischen Impulsen. Zwar hat sich das Pandemiegeschehen zuletzt weiter verschärft. Gleichzeitig legen aber immer mehr Pharmafirmen überraschend positive Studienergebnisse für mögliche Vakzine vor. Damit zeichnet sich das Ende der Corona-Krise ab. In Verbindung mit den fiskal- und geldpolitischen Hilfen wirkt diese Aussicht bereits jetzt unterstützend auf Risikoassets.

Ein weiterer Aspekt bei der Beurteilung der Marktchancen sind die derzeit noch vorherrschenden Blockaden auf politischer Ebene, die sich nach und nach lösen sollten: In den USA dürften sich die Parteien bereits Anfang Januar auf eine Verlängerung der umstrittenen Konjunkturhilfen einigen. Beim Brexit bleibt ein rudimentärer Handelsvertrag möglich, trotz der knapper werdenden Fristen. Und in der EU dürfte letztendlich das fiskalische Eigeninteresse alle Beteiligten doch noch zu einer Einigung bei den strittigen Fragen bewegen.

Zweite Corona-Welle birgt kurzfristig Risiken

Das Wachstumsumfeld wird nach wie vor von der Pandemie geprägt. In den vergangenen Wochen hat das Anziehen der Neuinfektionen in Nordamerika und Europa den Aufwärtstrend des dritten Quartals ausgebremst. Im Vergleich zur ersten Phase der Pandemie im Frühjahr gibt es aber erhebliche Unterschiede. So sind die aktuellen Eindämmungsmaßnahmen deutlich zielgerichteter und damit weniger breit angelegt. Das verarbeitende Gewerbe ist z.B. von den Einschränkungen nicht betroffen. Zudem sind die Grenzen nach wie vor offen. Und: Nicht überall schwächt sich die Wirtschaft gleichermaßen ab. Trotz ausgelaufener Fiskalmaßnahmen schlägt sich insbesondere die US-Wirtschaft wacker und dürfte die Überbrückung bis zu neuen Stimulusmaßnahmen schaffen. Durch die Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung wächst die Aussicht auf eine grundlegende Verbesserung der Pandemielage, die wiederum die Basis für einen tragfähigen, anhaltenden Wirtschaftsaufschwung darstellt. Allerdings dürfte erst frühestens ab Sommer 2021 die breite Verfügbarkeit der Vakzine zu einer Triebfeder der wirtschaftlichen Gesundung werden.

Angesichts dieser Entwicklung haben die Volkswirte von Union Investment ihre Prognosen adjustiert. Eine Rückkehr der Wirtschaftsleistung zum Vorkrisenniveau sehen sie für den Euroraum frühestens im Verlaufe des Jahres 2022. In den USA könnte bereits Ende 2021 das Vorkrisenniveau wieder erreicht sein. Ein Sonderfall ist in gewisser Weise China, das eine V-förmige Erholung verzeichnet. Bereits im vierten Quartal rechnen die Volkswirte mit einer Rückkehr zu Wachstumsraten, wie sie vor der Krise der Fall waren.

Geldpolitik: EZB wird Programm im Dezember verlängert

Nach Einschätzung des UIC sollte die Geldpolitik auf die Verschlechterung der äußeren Bedingungen mit weiteren Lockerungen reagieren. Den Anfang dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) machen. Die Volkswirte von Union Investment rechnen mit einer zeitlichen Verlängerung der Ankäufe unter dem PEPP-Programm. Damit dieser Beschluss nicht mit einer de facto-Kürzung der monatlichen Käufe einhergeht, dürfte auch das Volumen erhöht werden – trotz des zur Verfügung stehenden, eigentlich ausreichendem Rahmen. Bis zu einer endgültigen Klärung der Machtfragen in den USA wird derweil die Fed zunächst einmal wohl keine Anpassungen beschließen.

Chart im Fokus: Große Sektorrotation durch Impfstoff-Neuigkeiten

Große Sektorrotation durch Impfstoff-Neuigkeiten
Quelle: Bloomberg; Stand: 20. November 2020.
Große Sektorrotation durch Impfstoff-Neuigkeiten
* Personal Care & Grocery Stores; Quelle: Bloomberg; Stand: 20. November 2020.

Positionierung innerhalb der Asset-Klassen

 

Rente – Spreadsegmente strategisch attraktiv, kurzfristig ausgereizt

Die generell lockere Geldpolitik der Notenbanken, deren Ankaufprogramme und die negativen Zinsen von sicheren Anleihen bleiben ein wichtiger Unterstützungsfaktor für Papiere mit Risikoaufschlägen. Durch die starke Rally der letzten Wochen ist das Potenzial kurzfristig jedoch begrenzt. Die Emittenten haben das gute Umfeld an den Primärmärkten genutzt und sich dort zusätzliche Liquidität besorgt. Die große Welle von Bonitätsherabstufungen durch die Ratingagenturen dürfte abebben. Der generelle Renditeanstieg bei sicheren Staatsanleihen wird durch die Zentralbanken und die aktuellen Lockdowns gedämpft. Die Diskussion um Schuldenstundungen für die schwächeren Emerging Markets dürfte weiter an Fahrt aufnehmen und trotz der weiterhin attraktiven Risikoaufschläge das Potenzial von EM-Anleihen begrenzen.

Aktien – Emerging Markets aktuell bevorzugt

Aktien bleiben durch die expansive Geldpolitik und das Negativzinsumfeld gut unterstützt. Mit den Neuigkeiten zur Impfstoffentwicklung wächst die Hoffnung auf ein Überwinden der Corona-Pandemie. Davon haben im Rahmen einer deutlichen Rotation vor allem die unter Corona leidenden, zyklischen Sektoren profitiert. Asien als wichtigste EM-Region bei Aktien verzeichnet im Gegensatz zu Europa und den USA allenfalls moderat steigende oder sogar rückläufige Infiziertenzahlen. Zudem setzt sich die wirtschaftliche Stabilisierung in China und anderen asiatischen Ländern (bspw. Südkorea) fort. Das jüngst ratifizierte Freihandelsabkommen RCEP dürfte der Region mittelfristig einen zusätzlichen Wachstumsimpuls verleihen.

Rohstoffe – Absicherung gegen Corona

Die Neuigkeiten zur Impfstoffentwicklung haben zu einer Trendwende bei den Ölpreisen geführt. Trotz weiter schwacher Fundamentaldaten den legte der Preis der Nordseesorte Brent zuletzt deutlich zu. Die Terminkurven flachten ab und preisen eine Normalisierung des physischen Marktes im Verlauf von 2021 ein. Eine absehbare Überwindung der Pandemie dürfte dann auch den OPEC+-Staaten die Möglichkeit einer Ausweitung der Förderung einräumen. Für die Industriemetalle bleibt China der Taktgeber: Importe und Produktion wurden durch „klassische“ Stimulusmaßnahmen deutlich gesteigert. Gold bleibt von der hohen Investorennachfrage aufgrund der dauerhaft negativen US-Realzinsen unterstützt.

Währungen – Abwertungstrend des US-Dollar dürfte anhalten

Der mit der US-Wahl eingetretene Biden-Split könnte auch nach den Stichwahlen in Georgia Anfang Januar Bestand haben. Zwar erwartet das UIC einerseits eine sinkende Handelsunsicherheit und eine etwas moderatere Rhetorik gegenüber China. Andererseits sollte sich eine Haushaltskonsolidierung als schwierig erweisen. Das steigende US-Zwillingsdefizit, die höhere Inflationstoleranz der Fed und der schwindende Vorteil der US-Realzinsen gegenüber anderen Ländern dürften den US-Dollar weiterhin lasten. Gleichzeitig bleibt der Euro perspektivisch von weiteren Schritten in Richtung einer Fiskalunion und hin zu einer insgesamt stärkeren Integration auf europäischer Ebene unterstützt. Das Pfund Sterling hat durch ein mögliches Zustandekommen eines Handelsvertrages zwischen Großbritannien und der EU Aufwertungspotenzial.

Wandelanleihen – starke Gegenbewegung

Nach der Abwärtsbewegung in der letzten Oktoberwoche konnten die Wandelanleihe-Märkte im November eine sehr gute Wertentwicklung aufweisen. Die Aktienmarktsensitivität ist auf etwa 54 Prozent gestiegen und die Bewertungen sind weiterhin im fairen Bereich. Die Neuemissionsaktivität war in Europa und Asien vermehrt im Flug- und Touristiksektor rege, in den USA kamen vor allem IT-Unternehmen an den Markt.

Unsere Positionierung

Unsere Positionierung

Stand aller Informationen und Darstellungen:
24. November 2020, soweit nicht anders angegeben.

Neues von den Märkten: Dezember

Neues von den Märkten: Dezember

Konjunktur, Wachstum, Inflation und Geldpolitik – der Monatsbericht „Neues von den Märkten“ informiert Sie über aktuelle Entwicklungen und macht Sie mit unseren Einschätzungen vertraut. Erhalten Sie zudem einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen.
(Stand: 27. November 2020)