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Union Investment weiter mit neutraler Risikoausrichtung

Defensive Segmente betont

Risikoausrichtung bei RoRo-Meter 3 bestätigt

RoRo-Meter auf 3

Auf seiner regulären Sitzung am 20. und 21. Mai hat das Union Investment Committee (UIC) sich erneut etwas defensiver aufgestellt. Damit wurde der bereits Anfang des Monats im Rahmen eines außerordentlichen Treffens eingeschlagene Pfad der Risikoreduktion weiter verfolgt. Gleichzeitig bleibt das Gremium aber bei seiner Risikoausrichtung von RoRo-Meter 3. Dabei wurde an einzelnen Stellschrauben das Musterportfolio auf das veränderte, abermals unsicherer gewordene Umfeld angepasst.

Ursächlich sind dafür in erster Linie die Entwicklungen auf (geo-) politischer Ebene, allen voran die erneute Zuspitzung des sino-amerikanischen Handelsstreits. Zwar hat auch Donald Trump bisher die letzte handelspolitische Eskalation vermieden. Dennoch steckt in der Mischung aus strategischer Gegnerschaft der USA mit China und der Sprunghaftigkeit des US-Präsidenten ein Risiko für die Kapitalmärkte. Ökonomisch spricht alles für eine Einigung der Kontrahenten. Daher wird derzeit mit keiner weiteren Verschärfung gerechnet. Auszuschließen ist eine solche marktbelastende Entwicklung jedoch nicht. Große Bedeutung misst das Gremium daher dem am 28. und 29. Juni anstehenden G20-Gipfel bei. Hier bietet sich US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping die Möglichkeit, im persönlichen Dialog zu einer Einigung zu finden.

Verstärkend wirken die jüngsten Entwicklungen beim Brexit sowie die anstehenden Europawahlen. Bei letzteren könnte es zu einem Stimmengewinn populistischer Gruppierungen kommen. Auch wenn die unmittelbaren Folgen für die Kapitalmärkte laut aktuellen Umfragen zunächst überschaubar sein sollten, stellt diese Verschiebung der politischen Achsen in den Mitgliedsländern mittelfristig eine Herausforderung für die Währungsunion dar.

Konjunkturelles Umfeld bleibt uneinheitlich

Konjunkturell waren zuletzt vermehrt Anzeichen für eine Verbesserung des Wachstums zu beobachten. Das gilt etwa für unsere hauseigenen Frühindikatoren ULI, ELI und CLI, die in den vergangenen Wochen eine deutliche Aufwärtsbewegung verzeichneten. Auch bei den Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe war vereinzelt eine Bodenbildung festzustellen, insbesondere in den Industrieländern. Die Wachstumsüberraschungen blieben andererseits negativ. Das gilt vor allem für die Schwellenländer.

Mit der erneuten Zuspitzung im Handelskonflikt ist nun ein weiterer belastender Faktor hinzu gekommen. Die direkten ökonomischen Effekte sind dabei in der kurzen Frist nur schwer zu fassen. Weniger Handel und eine gebremste Globalisierung sind langfristig aber wachstumsmindernd und inflationssteigernd. Aus ökonomischer Sicht sind die Folgen damit klar negativ. Die Verlierer des Handelsstreits sind die (bisherigen) Gewinner der Globalisierung, also die offenen Volkswirtschaften Asiens und Europas.

Geldpolitik als verlässliche Stütze

Die weltweit wichtigsten Notenbanken waren sich in den vergangenen Wochen weitgehend einig: Die Sorge vor einer sprunghaft ansteigenden Inflation ist Bedenken über die Tragfähigkeit der Konjunktur gewichen. Man ist daher gewillt, eher ein Überschießen der Teuerung in Kauf zu nehmen, als durch eine zu frühe Straffung das Wachstum zu gefährden. Das UIC rechnet daher weder in den USA noch in der Eurozone mit Leitzinsanhebungen im Jahr 2019.

Charts des Monats: Yuan-Abwertung als Reaktion auf US-Zölle; deutliche Ausschläge der Tweets zum Handelsstreit

Kursentwicklung Yuan/US-Dollar versus Shanghai SE Composite und Fieberkurve zum Handelskrieg

Kursentwicklung Yuan/US-Dollar versus Shanghai SE Composite und Fieberkurve zum Handelskrieg
Quelle: Thomson Reuters Datastream, Bloomberg, Union Investment; Stand: 20. Mai 2019

Asset-Klassen: Schwellenländer-Aktien und -Währungen untergewichtet

Trotz vorsichtigerer Positionierung Fokus weiter auf Carry:

Solange die wichtigsten Zentralbanken weiterhin geldpolitisch zurückhaltend agieren, sollte auch das positive Umfeld für die Carry-Segmente anhalten. Dennoch dürfte sich der Handelskrieg auch hier auswirken, vor allem je riskanter die Anleihen sind. Daher sollte bei den Unternehmensanleihen in den nächsten Wochen eher der Investment Grade-Bereich profitieren und weniger das High Yield-Segment. Aus Vorsicht baut das UIC auch das Untergewicht in den sicheren Häfen – Core-Staatsanleihen der Eurozone und Covered Bonds – weitestgehend ab, da diese bei einer weiteren Eskalation unmittelbar profitieren dürften. Das Übergewicht in Emerging Markets-Staatsanleihen (Hartwährung) wurde hingegen bestätigt. Im Gegensatz zu Schwellenländer-Aktien und -Währungen hängt dieses Segment zum einen stärker an der Entwicklung der US-Treasuries. Zum anderen spielt Asien (und vor allem China) bei Hartwährungsanleihen nicht die gleiche Rolle wie auf der Aktienseite.

Schwellenländeraktien werden untergewichtet:

Der Handelsstreit prägt auch die Entscheidung auf der Aktienseite. China ist von den erhöhten Zöllen und Androhungen weiterer Zölle aktuell stärker betroffen als die USA – insbesondere weil die Schwellenländer stärker in den Welthandel eingebunden sind. Darüber hinaus zeigt sich die Gewinnsituation bei Schwellenländeraktien negativer als bei Industrieländeraktien, auch ist die Bewertung nicht mehr günstig. Aus diesen Gründen gewichtet das Gremium Emerging Markets-Aktien jetzt unter. Developed-Markets-Aktien bleiben neutral gewichtet. Damit ist die Aktienseite insgesamt leicht untergewichtet.

Energierohstoffe bleiben übergewichtet:

Die US-Ausnahmeregelungen für den Import iranischen Öls für acht Staaten sind seit dem 2. Mai hinfällig. Dadurch verknappt sich das Ölangebot aus dem Iran um etwa 500.000 Barrel/Tag. Gleichzeitig haben sich die OPEC+-Länder im Vorfeld der großen OPEC-Sitzung Ende Juni dafür ausgesprochen, die Kürzungen beizubehalten. Daneben kommt es in Venezuela zu Produktionsausfällen. Dieses verknappte Angebot sollte in den kommenden Wochen auf eine saisonal erhöhte Nachfrage („driving season“) treffen, was dem Ölpreis Auftrieb verleihen dürfte. Gleichzeitig zeigt die Terminkurve eine extreme Knappheit am Ölmarkt (Brent) an. Wir rechnen damit, dass der Ölmarkt im dritten Quartal in ein Angebotsdefizit fällt. Daher hat sich das UIC dazu entschieden, das Übergewicht in Energierohstoffen beizubehalten.

Long US-Dollar und Euro gegenüber Schwellenländerwährungen:

Die Verschärfung der handelspolitischen Auseinandersetzung dürfte auch weiterhin direkt oder indirekt auf den asiatischen Währungen lasten. So könnte sich China erneut zu einer Abwertung des Renminbi gezwungen sehen. Länder wie Korea und Taiwan könnten durch die internationalen Zulieferketten in Mitleidenschaft gezogen werden. Daher gewichtet das Gremium auch die Schwellenländerwährungen unter. Um die Risiken zu streuen, wird die Gegenposition auf den US-Dollar und den Euro verteilt, obwohl die meisten asiatischen Währungen vor allem gegen den Dollar handeln.

Konvexität am Wandelanleihemarkt weiterhin hoch:

Mit der Abwärtsbewegung der Aktienmärkte ist auch der Wandelanleihemarkt in den vergangenen vier Wochen gefallen, insbesondere in den USA und Asien. Die Volatilität nahm spürbar zu und die Bewertungsniveaus in Europa und Japan verteuerten sich. Insgesamt weist der Wandelanleihemarkt mit einer Aktiensensitivität von knapp 47 Prozent weiterhin eine hohe Konvexität auf. In den USA gab es mit der Wandelanleihe von Tesla eine große Neuemission, die der Markt gut aufgenommen hat.

Unsere Positionierung

Positionierung 21. Mai 2019
Stand: 21. Mai 2019

Stand aller Informationen und Darstellungen:
21. Mai 2019, soweit nicht anders angegeben.

Neues von den Märkten

Neues von den Märkten: Mai

Erhalten Sie im Monatsbericht "Neues von den Märkten" einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen. Ergänzt wird der Monatsbericht durch aktuelle Kapitalmarktprognosen. (Stand: 02. Mai 2019)