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Union Investment mit neutraler Risikoausrichtung

Carry-Segmente übergewichtet

Risikoausrichtung bleibt bei RoRo-Meter 3

RoRo-Meter auf 3

Das Union Investment Committee (UIC) hat auf seiner turnusmäßigen Sitzung am 23. und 24. April das Gewicht der Risikoanlagen im Musterportfolio erhöht. Gründe hierfür sind die verbesserten konjunkturellen Aussichten, die anhaltende Unterstützung durch die Notenbanken und gesunkene geopolitische Risiken (z.B. bei den Themen Brexit und Handelsstreit). Gleichzeitig verzeichneten chancenorientierte Anlageklassen bereits deutliche Kursanstiege, sodass nach vorne gerichtet auch gewisse Rückschlagrisiken nicht von der Hand zu weisen sind. Daher bestätigt das UIC die insgesamt neutrale Risikoausrichtung (RoRo-Meter 3), trotz der offensiveren Ausrichtung des Musterportfolios innerhalb dieser Stufe.

Frühindikatoren weiter stabilisiert

Die proprietären Frühindikatoren von Union Investment steigen bereits seit geraumer Zeit an. Diese Entwicklung hat sich auch im April fortgesetzt. Sowohl für die USA (ULI) als auch die Eurozone (ELI) und China (CLI) deuten die Barometer auf eine Zunahme der Wirtschaftsaktivität hin. Auch in externen Vorlaufindikatoren sowie (in ersten Ansätzen) bei einigen harten Daten war zuletzt eine Stabilisierung festzustellen. Insbesondere in China scheint sich die Konjunktur gefangen zu haben, was nicht zuletzt auf die diversen Stimulierungsmaßnahmen der Pekinger Führung zurückzuführen ist. Mittlerweile mehren sich sogar schon die Stimmen, die auf ein Zurückführen der Unterstützung schließen lassen. Denn: China ist an einem stabilen, aber nicht überbordendem Wachstum gelegen. Die Feinabstimmung zwischen dem Umbau des Wirtschaftsmodells (hin zu mehr konsum- und weniger export- beziehungsweise investitionsgetriebenem Wachstum) einerseits und der Sorge vor übermäßigen Konjunktureinbußen andererseits bleibt also ein Balanceakt, der dem Land bislang aber sehr gut gelingt. Die Volkswirte von Union Investment rechnen damit, dass das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den kommenden Jahren zwar sukzessive weniger stark wächst (2018: 6,6 Prozent; 2019: 6,3 Prozent; 2020: 6,2 Prozent). Durch die kontrollierte Verlangsamung sollten allzu starke Einschläge aber vermieden werden.

Für die Weltwirtschaft sind das gute Nachrichten, war doch die Sorge vor einer Rezession in China über lange Monate ein wesentlicher Belastungsfaktor. Diese Entspannung sollte sich perspektivisch auch in Verbesserungen in anderen Regionen niederschlagen, insbesondere in High-Beta-Ländern (wie Deutschland) beziehungsweise in eng mit China verflochtenen Volkswirtschaften (etwa in Asien). Bislang ist diese Erwartung noch nicht überall sichtbar (wie die geringe Verbesserung in den jüngsten Einkaufsmanagerindizes zeigte), aber erste Tendenzen sind durchaus zu erkennen. Das UIC geht daher davon aus, dass in den kommenden Wochen weitere Datenpunkte auf die Überwindung der zwischenzeitlichen, spätzyklischen Wachstumsdelle hinweisen werden.

Notenbankunterstützung hält an

Die wichtigsten Notenbanken haben zuletzt weiter bekräftigt, dass ihr Fokus im aktuellen Umfeld auf Wachstumsstabilisierung und nicht auf Inflationsbekämpfung liegt. Im Gegenteil: Es scheint so, als würden die Währungshüter mehr und mehr zu der Einsicht gelangen, dass ein temporäres Überschießen der Teuerungsraten im aktuellen Zyklus angeraten sein kann. Daher sind Leitzinsanhebungen – anders als noch 2018 – für das laufende Jahr kein Thema mehr, weder bei der Fed noch bei der EZB. Darauf deuten diverse Zentralbankstimmen hin, die sich zuletzt in diese Richtung äußerten. Das Kalkül dahinter: Je stärker die Gewissheit einer langanhaltend akkommodierenden Geldpolitik im Markt verankert wird, umso mehr dürften Risikoanlagen profitieren – und umso deutlicher sollten sich die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, ist deshalb auch in den kommenden Wochen eher mit zurückhaltenden Tönen seitens der Zentralbanker zu rechnen.

Charts des Monats: Nur leichte Verbesserung der Frühindikatoren, große Ölproduzenten mit rückläufiger Produktion seit Jahresbeginn

Entwicklung der Einkaufsmanagerindizes im Verarbeitenden Gewerbe und aggregierte Ölproduktion von OPEC, Russland und den USA
Entwicklung der Einkaufsmanagerindizes im Verarbeitenden Gewerbe und aggregierte Ölproduktion von OPEC, Russland und den USA
Quelle: Union Investment, Bloomberg, Thomson Reuters Datastream; Stand: 24. April 2019

Carry-Segmente übergewichtet

 

Übergewichte in Carry-Segmenten eröffnet

Das positive Umfeld für die Carry-Segmente hält weiter an. Die Zentralbanken werden für längere Zeit zurückhaltend agieren. Somit dürfte sich der seit Jahresbeginn bestehende Trend zu weiter sinkenden Renditeaufschlägen fortsetzen. Die geopolitischen Risiken haben in den letzten Wochen abgenommen. Daher dürften die „sicheren“ Häfen – EWU Core-Staatsanleihen und Covered Bonds – perspektivisch wieder weniger gefragt sein, zumal deren Renditen auf den aktuellen Niveaus nicht attraktiv sind. Auch aus diesem Grund sollten sich Investoren wieder vermehrt den Spread-Segmenten zuwenden.

Industrieländeraktien bleiben übergewichtet

Die Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten hat sich im April weiter fortgesetzt. Rückenwind gaben vor allem die akkommodierende Geldpolitik und vielversprechende Frühindikatoren. Hinzu kommt eine Quartalsberichterstattung, die positiv gestartet ist. Angesichts der Tatsache, dass die Gewinnerwartungen im Vorfeld kräftig gestutzt wurden, dürfte das Gros der Konzerne die Prognosen erreichen oder übertreffen. Auch die verringerten geopolitischen Risiken stützen die Börsen. Demgegenüber stehen vor allem zwei Faktoren: Erstens haben die Kurse seit Januar schon erheblich zugelegt, sodass das weitere Potenzial begrenzt erscheint. Und zweitens signalisieren die Sentiment-Indikatoren mittlerweile einen überkauften Markt. Diese beiden Punkte sprechen aus Sicht des UIC dagegen, die Aktienposition noch stärker zu betonen. Da aber nach wie vor die unterstützenden Kräften überwiegen, bleibt das Übergewicht bei Aktien aus den Industriestaaten in der bisherigen Form bestehen.

Energierohstoffe hochgestuft

Die Entscheidung der Trump-Administration, Ausnahmegenehmigungen für den Import iranischen Öls für acht Staaten zu streichen und damit das Land de facto vom Markt abzuschneiden, dürfte zu einem Angebotsrückgang von 600.000 bis 700.000 Barrel am Tag führen. In Verbindung mit den Krisenherden in Libyen und Venezuela könnte die Situation am Ölmarkt dadurch angespannter werden. Sollte das engere Angebot auf eine saisonal steigende Nachfrage (etwa aufgrund der verbesserten Konjunktur und der „driving season“) treffen, so droht in den kommenden Monaten eine Supply-Lücke. Anders als im Vorjahr ist zudem nicht zu erwarten, dass Saudi-Arabien die Förderung voreilig erhöht, um den Markt in der Balance zu halten. In dieser Gemengelage hat sich das UIC dazu entschieden, Energierohstoffe überzugewichten.

Long-Position Pfund gegenüber Euro aufgelöst

Durch die Verschiebung des Brexit-Termins hat sich die Unsicherheitsperiode verlängert, auch wenn dadurch das Restrisiko eines harten Brexits abgenommen hat. Mittelfristig bleiben damit die Argumente für eine Erholung des Pfund Sterling gegenüber dem Euro bestehen. Kurzfristig spricht das Momentum aber gegen das Pfund, sodass eine Auflösung der Position entschieden wurde.

Wandelanleihemarkt mit hoher Konvexität

: In den letzten vier Wochen konnte der Wandelanleihemarkt in allen Regionen an der Aktienmarktentwicklung partizipieren. Die durchschnittliche Aktiensensitivität stieg geringfügig auf etwa 50 Prozent, die Bewertungsniveaus erhöhten sich. Insgesamt weist der Wandelanleihemarkt damit eine nach wie vor hohe Konvexität bei einer fairen bis günstigen Bewertung auf. Vereinzelt kamen in den letzten Wochen neue Papiere an den Markt, die gut aufgenommen wurden.

Unsere Positionierung

Positionierung 24. April 2019
Stand: 24. April 2019

Stand aller Informationen und Darstellungen:
24. April 2019, soweit nicht anders angegeben.

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